Antworten auf häufige Fragen (FAQ)

Pseudo-Optimierer

1) Wie ist Diversifikator zu den Musterportfolios gekommen und wie kann man Portfolios (Pseudo-) optimieren?

Wir haben für unsere Portfolios zunächst Regeln entwickelt, nach denen wir selbst investieren würden. Dafür hat die vergangene Performance der genutzten Instrumente keine Rolle gespielt, wie man in unserem Regelwerk sehen kann (Siehe Dokument „Asset Allokation und ETF-Selektion“). Erst danach haben wir uns angesehen, wie die ETFs der Portfolios in ihrer Kombination in der Vergangenheit performt hätten. Da einige ETFs unserer Portfolios relativ neu sind, kamen wir mit dieser Analyse nicht weit. Daher haben wir ältere „Ersatz“-ETFs gesucht, die den von uns verwendeten möglichst ähnlich sind, oder auch nur die zugrunde liegenden Indizes verwendet, um eine längere Vergangenheitsrendite zu simulieren. Insbesondere hat uns die Rendite unserer Musterportfolios im Krisenjahr 2008 interessiert. Die Renditen der so zusammengestellten Portfolios erschienen uns attraktiv und auch die Risiken erschienen uns tragbar. Daher haben wir nichts mehr an den Portfolios geändert. Wenn die Renditen oder Risiken sehr unattraktiv gewesen wären, hätten wir unsere Regeln hinterfragt und gegebenenfalls eine Modifikation der Regeln getestet, aber das war in diesem Fall nicht nötig.
Eine (Pseudo-)Optimierung hätte an diesem Punkt ansetzen können. So hat das ESG ETF-Portfolio nicht ganz so gute simulierte Vergangenheitswerte wie das Weltmarktportfolio. Mit einigen Veränderungen an der Allokation des ESG ETF-Portfolios würde es uns sicher gelingen, eine bessere Performancehistorie zu simulieren. Darauf haben wir aber bewusst verzichtet.
Anleger können mit öffentlich zur Verfügung stehenden Tools eigene (Pseudo-)Optimierungen durchführen (Siehe z.B. unter www.wima-auer-seitz.de oder www.portfoliovisualizer.com unter „Efficient Frontier“). Wir sagen „Pseudo“, weil diese „Optimierungen“ zwar mathematisch korrekt zu besseren theoretischen Vergangenheits- oder simulierten Ergebnissen führen können, aber dem Anleger aus unserer Sicht für die künftige Kapitalanlage nicht viel helfen und daher nicht optimal für Anleger sind. So kann man mit www.portfoliovisualizer.com eigene Allokationen für verschiedene Perioden testen und man kann dort oder unter www.portfoliocharts.com sehen, wie als besonders gut bekannte Allokationen performt hätten, wenn man sie mit ETFs nachgebildet hätte. Auf unserer Webseite kann man sogenannte Markowitz-Optimierungen mit eigenen Prognosen für Renditen, Risiken und Korrelationen von Anlageklassen vornehmen (siehe „Pseudo-Optimierer“). Man wird feststellen, dass kleine Prognoseänderungen zu großen Veränderungen der sogenannten „optimalen“ Portfolios führen.
Auf der Seite www.wima-auer-seitz.de stehen unter dem Punkt „Finanzanalyse“ und dann „Excel-Tools“ einige interessante Optimierungstools inklusive Daten zur Verfügung. So kann man mit der „Portfoliooptimierung bis zu 10 Wertpapiere“ die Markowitz-Optimierung unserer Webseite noch weiter treiben (Korrelationen zwischen diversen Wertpapieren oder Anlagesegmenten kann man zum Beispiel auf der Seite www.portfoliovisualizer.com analysieren. Dort kann man auch Faktoranalysen machen, Simulationen durchführen und mehrere Timingmodelle testen). Wir fühlen uns mit unserem regelbasierten, transparenten und robusten Anlageprozess wesentlich wohler als mit Optimierungen. Kann Diversifikator nicht rechnen und optimiert daher nicht? Wir optimieren nicht, weil wir uns ein wenig mit Mathematik auskennen. Modelloutput hängt vom Input ab („Garbage in, Garbage out“). Viele Modelle basieren auf Prognosen und die sind bekanntlich „schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“. Modelle sind auch von ihren Spezifikationen abhängig. Kleine Modelländerungen können bei gleichem Input zu großen Outputänderungen führen. Daher vermeiden wir Modell- und Inputabhängigkeiten, soweit wir können.